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Micro-Living und studentischem Wohnen eine Stimme geben: Bundesverband nimmt an Anhörung im Hessischen Landtag teil

Micro-Living und studentischem Wohnen eine Stimme geben: Bundesverband nimmt an Anhörung im Hessischen Landtag teil

Es ist immer dasselbe: Die Bereiche Micro-Living und studentisches Wohnen finden baurechtlich nach wie vor zu wenig Berücksichtigung. Das gilt auch für den §54 „Barrierefreies Bauen“ der Hessischen Bauordnung. Die hessische SPD-Fraktion hat gerade einen Antrag zur Schaffung von mehr barrierefreiem und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnraum gestellt. Diesem Antrag können wir vom Bundesverband Micro-Living auch grundlegend folgen, allerdings sprechen wir uns gegen die von der SPD vorgeschlagene Formulierung des Gesetzesentwurfs aus, da auch sie an der Lebenswirklichkeit unserer beiden Kernbereiche vorbei geht. Um dies zu ändern und Micro-Living sowie studentischem Wohnen eine Stimme zu geben, haben wir an der Anhörung zur Novelle der Hessischen Bauordnung am 21. Juni 2021 im Wiesbadener Landtag teilgenommen und in diesem Zuge eine Stellungnahme erarbeitet.

Wir vertreten die Ansicht, dass Studentenwohnheime und Mikroappartementanlagen grundlegend Einzug in die Begrifflichkeiten unter §2 der HBO erhalten müssen, damit in diesem Segment zielgerichteter und nutzerorientierter geplant werden kann. Das fehlende Angebot an Wohnheimplätzen und der Mangel an Klein- und Mikrowohnungen bringt eine Fehlbelegung größerer, familientauglicherer Wohnungen mit sich und verschärft die ohnehin schwierige Situation auf dem Immobilienmarkt.

Bezogen auf eine neue Formulierung des §54 empfehlen wir, dass Studentenwohnheime und Microapartmentanlagen zum einen in einem gesonderten Punkt aufgeführt, zum anderen mit einem auf die Größe der Anlage abgestimmten prozentualen Anteil an barrierefrei herzustellenden Wohneinheiten, aufgenommen werden. Wir schlagen daher vor, dass in Studentenwohnheimen zwei Prozent der Wohneinheiten barrierefrei und zusätzlich je angefangene 100, eine weitere Wohneinheit uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar hergestellt werden soll.

Wir werden die Anpassung der Länder-Bauordnungen auch künftig kritisch begleiten und uns so für die Interessen unserer Mitglieder einsetzen. Brennt Ihnen ein Thema rund um die Bauordnung in Ihrem Bundesland besonders auf den Nägeln? Kommen Sie gerne auf uns zu: Kontakt

Bildquelle: Pixabay / PhotoMIX-Company