Bundesverband Micro-Living bestätigt Vorstand im Amt

„Politik muss Studentenwohnen mehr Priorität einräumen“

Die Mitglieder des Bundesverbands Micro-Living haben in ihrer jüngsten Versammlung den amtierenden Vorstand im Amt bestätigt. Der bisherige und künftige Vorsitzende Michael Vogt, sein Stellvertreter Jan Müller-Seidler und Schatzmeister Lutz Dammaschk bedankten sich für das Vertrauen. Gemeinsam wollen sie sich weiter für die Stärkung der Assetklasse Micro-Living einsetzen, die die besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie gut gemeistert habe.

Gleichzeitig, so Vogt, bleibe die Branche wegen starker regulatorischer Einschränkungen derzeit noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. „In den Bauordnungen der Länder werden Studentenappartements mit klassischem Wohnen gleichgesetzt. Wir müssen dieselben Anforderungen erfüllen wie ein normales Mehrfamilienhaus, was etwa Barrierefreiheit und Pkw-Stellplätze angeht. Unsere Bewohner besitzen aber oftmals gar kein Auto, die Tiefgaragen stehen leer und wir verlieren Platz für die so dringend benötigten Appartements.“ Gleiches gelte für die monatsweise Offenlegung der Energieverbräuche. Beim studentischen Wohnen gebe es eine hohe Fluktuation, die Verbrauchsdaten würden von den Mietern nicht in dem Maße genutzt wie in einem dauerhaften Mietverhältnis. „Für unsere Mitgliedsunternehmen bedeuten diese Vorschriften einen enormen bürokratischen Aufwand, der niemandem etwas bringt. Wir fordern die Politik im Bund und den Ländern auf, dem Studentenwohnen mehr Priorität einzuräumen und die Besonderheiten der Assetklasse besser zu berücksichtigen.“

Zielgerichtete Angebote für Studenten entlasten den Wohnungsmarkt
Das Potenzial sei enorm, so Vogt. „Unsere Anbieter können einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Wohnungsmärkte leisten. Wenn Studierende ein für sie zugeschnittenes Angebot in Campusnähe vorfinden, müssen sie sich nicht auf dem freien Wohnungsmarkt umschauen.“ Die derzeit herrschende Konkurrenz der Nutzer um die wenigen freien Wohnungen in Universitätsstädten könne so abgemildert werden. Hier fordert der Verband auch von den Städten mehr Priorität für das studentische Wohnen: „Wenn Kommunen Bauland ausschließlich zum Höchstpreis vergeben, haben unsere Mitglieder oft das Nachsehen. Hier müssten andere Kriterien greifen, wie zum Beispiel eine Bevorzugung für die Errichtung von Studentenwohnheimen, da sie eine entlastende Funktion für den städtischen Mietwohnungsmarkt bilden“, erklärt Vogt.

Zukunft des Lernens: Verband will Dialog mit Studierenden stärken
Durch Corona habe sich die Art des Studiums verändert, so der BML-Vorstand. „Statt Präsenz-Seminaren und gemeinsamem Austausch hat sich das Studentenleben in den virtuellen Bereich verlagert. Nach mehr als zwei Jahren Pandemie ist es an der Zeit, sich mit den Folgen dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Studieren bedeutet mehr als den Erwerb von Wissen, es geht auch um soziale Kompetenzen. Wir wollen dazu den Dialog mit Studierenden, Hochschulen und Verbänden stärken und über die Zukunft des Lernens sprechen. Damit wollen wir auch unseren Mitgliedern helfen, noch gezieltere Wohnangebote für diese sich verändernde Situation zu schaffen.“

Bild: Der wiedergewählte Vorstand des Bundesverbands Micro-Living e.V.: Vorsitzender Michael Vogt (Mitte), Stellvertreter Jan Müller-Seidler (links) sowie Schatzmeister Lutz Dammaschk (rechts). Bildquelle: BML

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